David Reed. Heart of Glass – Gemälde und Zeichnungen 1967 bis 2012

David Reeds (geb. 1946 in San Diego) Werk umfasst im Kunstmuseum Bonn die Jahre zwischen 1967 und 2012. Es sind Gemälde und Zeichnungen, die sich in verschiedenen Räumen der Ausstellung David Reed. Heart of Glass – Gemälde und Zeichnungen 1967 bis 2012 entfalten.

Die Spuren des Lebens, die in Erinnerung bleiben, hinterlassen in David Reeds Art und Weise die Dinge wiederzugeben, warme, frohe und gefühlvolle Farbe, die eine einladende Stimmung vermittelt. Er wählt bunte Farben um auf die Prozesse des Malens hinzuweisen, die er im eher warmen Licht von abstrakten Elementen zeigt. Es ist aber auch die weiche Form dieser Elemente, die das Zarte und Bewegte in uns sucht und findet.

Die Gemälde Reeds führen in die Seele jedes Einzelnen. Die Seele, die immer etwas verbirgt um sich zu schützen. Hier ist keine Konfrontation des Seelischen mit dem Körperlichen. Der Leib und die Seele sind im Einklang. Der Ausgleich und die Harmonie drücken sich in allen Gemälden Reeds aus. Es ist kein Kampf des Künstlers mit dem Dargestellten.

Für mich ist es eine Suche nach den elementaren Dingen, die unser Leben ein bisschen heller und fröhlicher gestalten. Es ist die leichte Verbindung der Falten, die sich in den Bildern Reeds in verschiedene Richtungen leiten und die Tiefe präsentieren. Die Tiefe der Oberfläche, die Tiefe der Farbtöne und deren Kontraste, aber auch die Tiefe in uns, die wir der Außenwelt zu zeigen fürchten.

Die Bilder tragen keine Namen, es sind Nummern oder Zahlen, die nochmal das Abstrakte und das Expressionistische Reeds betonen. #617 2003-2011 ist ein Gemälde, in welchem die roten Töne die meiste Fläche füllen, aber das Türkis anscheinend den Blick des Betrachters abfängt. Die Falten, die in der Kunst David Reeds die entscheidende Rolle tragen, pulsieren wie kleine Blutäderchen im Bild, das wie eine photographische Oberfläche erscheint. Es fotografiert das Innere, indem wir unsere Vorstellung in das Bild integrieren.

Der Betrachter soll sie auch nicht unbedingt verstehen wollen, er soll nur frei von der Außenwelt sein und die Farbe Reeds in sein Leben lassen. Man kann sich täuschen, wenn man denkt, die Malerei Reeds trägt nur bunte helle Farben, es sind auch schwarz-weiße Gemälde und Zeichnungen, die das Lebendige unterstreichen. Die Bewegung im Bild durch den Verzicht auf genaue Form ohne den Rahmen zu verlieren, ist das, was seine Kunst noch mehr auszeichnet.

Die Zeichnungen aus den frühen Jahren des Schaffens rufen dir Forderung Reeds hervor, sich der heutigen Malerei zu widmen und zu öffnen, aber auch ihre Bedeutung in der Welt der neuen Medien zu hinterfragen. Durch die Abwesenheit von genauen Konturen scheint die Farbe Reeds kein Ende zu kennen und keine Grenze ziehen zu wollen. Es ist die scheinbare Vergrößerung der Elemente und unglaubliche Tiefe, die gegen die Zeit und Vergänglichkeit spielt. Die Präsenz der Zeit, die in den Bildern Reeds durch den Prozess der Entstehung, die Gemälde sind teilweise über Jahrzehnte gemalt, tritt immer wieder wie ein Herrscher hervor. Die Veränderung der Zeit, die in Filmen aufgehalten werden kann und in Reeds Malerei einen Anteil nimmt, ist für uns beängstigend. Wir lernen mit neuen Medien umzugehen, befürchten aber auch ihre Macht. Das Spiel mit der Farbe und Transparenz, die auch durch den Namen der Ausstellung in den Vordergrund rückt, ist auch eine Art Verständnis für eigene Schwächen und Ängste.

Herz aus Glas ist in der Ausstellung David Reeds zu sehen. Das Herz, das sich nur dann öffnet, wenn man auch die Tatsache sich zu vergessen akzeptiert und zulässt.

Lewis Baltz

Die Ausstellung Lewis Baltz im Kunstmuseum Bonn haben wir eher spontan besucht. Es sind wenige Räume, in denen verschiedene Arten von Photographien des Künstlers Baltz ausgestellt sind. Sie zeigen unterschiedliche Akzentuierungen des Photographen. Einerseits die serielle Photographie im Stil Ed Ruschas, ein bestimmtes Motiv wie zum Beispiel Häuser oder Gebäude in einer Strecke von Bildern, die etwas Gemeinsames haben und dadurch als Ganzes aus verschiedenen Perspektiven erscheinen.

Oder die Kunstphotographie wie Piazza Sigmund Freud von 1989, die eigentlich schwierig als Kunstphotographie im herkömmlichen Sinne zu bezeichnen ist. Es ist die Piazza Sigmund Freud, die in drei Bildern als Kombination von Schwarz mit Rot im ersten Ausschnitt, und eine Verbindung von zwei anderen Teilen des Bildes, einen Platz im Nachtlicht zeichnet, der zufällig oder auch nicht im Namen Sigmund Freuds benannt ist. Man könnte spekulieren, hat Sigmund Freud da gelebt, ist ein Café auf dem Platz gewesen, das er gerne besucht hat oder ist es ein Platz, den er in seinen Büchern kurz erwähnt? Es entsteht eine Geschichte hinter dem Bild, alleine schon durch den Namen der bekannten Persönlichkeit. Ich denke nicht, dass dieses das Ziel des Künstlers war, sondern einfach den Platz mit zahlreichen Autos im schönen Licht darzustellen. Nur neigen wir dazu nach dem Sinn zu suchen, oder besser noch nach Gründen des Photographen genau diese Piazza in dem Moment abzuphotographieren. Meinen Blick hat diese Photographie aufgehalten, weil sie für mich einen romantischen Touch hat. Das Licht, die Autos, die Piazza sind irgendwo, wo kein Mensch anscheinend vorbeigeht oder stehen bleibt. Es ist ein beliebiger Ort, welcher aber großzügig auf drei Leinwänden Platz einnimmt.

Ein anderes Beispiel für die Kombination von unterschiedlichen Elementen ist Ronde de Nuit (1992-1995). Eine Puppe, ein paar Menschen, die Rolltreppe runterfahrend, Kabel und Computerraum, und zuletzt ein Gebäude erscheinen wie ein zusammenhängendes Ganzes durch die besondere Zusammenstellung des Photographen in einer Photographie. Baltz lenkt die Aufmerksamkeit auf die Details, die durch Akzente der Farbe Blau und Schwarz mit roten und gelben Tönen gesetzt sind. Es entsteht eine Harmonie zwischen den Bildern, die einen zum Träumen leiten.